Neue Paten für das Schul-Stipendien-Programm gesucht!

Für das Sambhali-Paten-Programm für Schulkinder werden aktuell wieder Personen gesucht, die sich vorstellen können, einem Kind aus Jodhpur oder Umgebung durch finanzielle Unterstützung den (weiteren) Schulbesuch zu ermöglichen. Alle diese Kinder wachsen in einem familiären Umfeld auf, in welchem die finanziellen Mittel für den Schulbesuch zu knapp sind – um diesen Kreislauf zu durchbrechen, sind die Kinder und Familien auf Ihre Hilfe angewiesen! Damit Sambhali den Kindern eine möglichst langfristige schulische Perspektive geben kann, ist eine Unterstützung über mehrere Jahre sinnvoll, natürlich freuen wir uns aber über jede Form der Förderung. Hier erfahren Sie mehr über die Geschichten der Kinder.

Möchten Sie Pate eines dieser Kinder werden? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Neues aus dem Laadli Girls Home

Im neu eröffneten Laadli Girls Home hat sich einiges getan! Zunächst wurden die Räume von einer Gruppe hoch motivierter Freiwilliger in freundlichen Farben gestrichen, sodass sich die Mädchen in ihrem neuen Zuhause noch schneller wohl fühlen.

Außerdem hat nun auch endlich die Schule für die Mädchen begonnen! In einer Einführungs-Woche wurden sie entsprechend ihren Vorkenntnisse jeweils in Klassenstufen zugeordnet und bekamen Infos über ihren künftigen Schulalltag. Glücklicherweise besuchen die Mädchen die gleiche Schule wie die jungen Bewohnerinnen des Sheerni Girls Home. Einige kennen sich untereinander, da sie aus dem gleichen Ort kommen, und so bestehen schon viele Freundschaften der Mädchen in ihrem neuen Umfeld, was den Schuleinstieg erleichtert.

Wir wünschen den Mädchen alles gute auf ihrem Weg und dass sie Freude am Lernen und viele Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung bekommen!

Geschichte einer jungen Sambhali-Teilnehmerin

Dieses Jahr wurde im Stadtzentrum Jodhpurs in der Nähe des „Clocktowers“ ein neues Projekt von Sambhali Trust gestartet. Darüber haben wir kürzlich berichtet – heute möchten wir die Geschichte einer der jungen Teilnehmerinnen erzählen.

Poonam ist 12 Jahre alt und eines der 80 Kinder, die nun schon seit einigen Monaten in den Räumlichkeiten eines Tempels in Jodhpur im Projekt „Sambhali Sambal“ unterricht wird. Sie besucht die dritte Klasse einer öffentlichen Schule, allerdings ist der Englischunterricht dort nicht gut, weshalb sie froh darüber ist, im Tempel täglich intensiv und zielfrührend lernen zu können.

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Sie hat sechs Schwestern und drei Brüder – einer davon, der 10jährige Raja, besucht gemeinsam mit ihr „Sambhali Sambal“. Ihre Familie wohnt in einem sehr ärmlichen Viertel Jodhpurs, Eltern und Kinder teilen sich einen Raum, in welchem sie auf dem Boden schlafen. Poonam und ihre drei älteren Schwestern (14, 15 und 16 Jahre alt) unterstützen ihre Mutter im Haushalt; alle sind bereits verheiratet. Zu ihren Hobbies gehören Tanzen und Singen. Poonam hat Jodhpur noch nie verlassen – umso mehr freut sie sich, wenn sie von den Freiwilligen von Sambhali besucht wird.

 

Sambhali unterstützt ein neues Sozialprojekt in Jodhpur

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Seit einiger Zeit bieten vier junge Studenten aus Jodhpur Kindern aus einem der ärmsten Viertel Jodhpurs tatkräftige Unterstützung an: Zirka 70 Kinder zwischen 3 und 14 Jahren werden von ihnen in Hindi, Englisch, Mathematik sowie allgemeinbildenden Fächern und Hygiene geschult. Der Unterricht findet jeden Abend zwei Stunden in den Räumen eines nahegelegenen Tempels statt.

Der Gründer von Sambhali Trust, Govind Singh Rathore, wurde um Mithilfe in diesem Projekt gebeten, welches die jungen Männer mit großem Engagement und aus der Überzeugung heraus, etwas an der miserablen Situation ihrer jungen Mitbürger/innen zu ändern, gestartet hatten. Nachdem Mr. Rathore die Männer kennen gelernt und das Projekt besucht hatte, sagte er seine Unterstützung zu. Sambhali Trust wird zu den Mietkosten, dem Unterrichsmaterial und der Aufwandsentschädigung der Lehrkräfte beitragen, ebenso für die Miete eines kleinen Lagerraums. Alle erhielten Arbeitshefte und Stifte. In Zukunft werden für die Kinder täglich kleine Snacks bereitgestellt, und schon jetzt bringen sich zwei Sambhali-Freiwillige aktiv in den Unterricht der Kinder ein.

Der Hauptgrund für die Unterstützung dieses neuen Projektes war für Mr. Rathore der große persönliche Einsatz, den die jungen Leute für ihren Wohnort und dessen Bewohner/innen zeigte sowie die Beteiligung der örtlichen Gemeinde. Hoffen wir, dass sie mit diesem großen soziale Engagement ihren direkten Nachbarn, aber auch uns allen Vorbild sind!

 

Das Boarding Home in Jodhpur

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Freunde für Sambhali e. V. unterstützt verschiedene Projekte des Sambhali Trust – das größte davon ist das „Boarding Home – Sheerni Educaional Programm“ in Jodhpur. Hier leben Mädchen, die ursprünglich aus einer abgelegenen Wüstenregion Rajasthans kommen, wo sie keinen Zugang zu guter Schulbildung haben. Daher sind sie im Boarding Home bei einer Familie untergebracht, für die Finanzierung des Schulbesuchs in Jodhpur kommen Paten auf. Im Boarding Home haben die Mädchen mehrere Zimmer, regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten und werden nachmittags für einige Stunden von Sambhali-Freiwilligen bei ihren Hausaufgaben unterstützt und unternehmen verschiedene Freizeitaktivitäten.

boardinghomeDie 15-jährige Santosh lebt inzwischen seit 2,5 Jahren, also seit es das Boarding Home gibt, dort und ist eines der ältesten Mädchen. Ihr Vater ist Rickscha-Fahrer, ihre Mutter ist für Haushalt und Familie zuständig – Geld für den Schulbesuch Santoshs gibt es in der Familie leider nicht ausreichend. Es hat anfangs ein wenig gedauert, bis sie sich an die städtische Umgebung gewöhnt hat, doch inzwischen fühlt sie sich hier sehr wohl und lebt gerne mit den anderen Mädchen zusammen. Während sie zu Beginn nur wenige Worte Englisch sprach, kann sie sich nun in vollständigen Sätzen mit komplizierter Satzbildung unterhalten.

Sie hat u. a. mit den Freiwilligen viel Englisch gesprochen und liest englische Bücher, wodurch sich ihre Sprachkenntnisse schnell und sehr gut entwickelt haben.

Nach ihrem Schulabschluss möchte Santosh bei der Poilzei arbeiten, da sie sich im Kampf gegen Korruption und Kriminalität in Indien einbringen möchte. Auch wenn sie das Boarding Home eines Tages verlassen wird, ist sie sich sicher, auch noch danach mit Sambhali Trust verbunden zu bleiben. Aus Dankbarkeit für ihre Chance, Schulbildung zu erhalten, möchte sie später einmal etwas zurückgeben und sich für die Bewohner/innen ihres Heimatdorfes einsetzen.

Alltag im Sambhali Trust in Setrawa

Marie N. lebt und arbeitet als Langzeitfreiwillige nun seit einem Dreivierteljahr in Setrawa. Sie berichtet, wie sie Ostern in ihren Englischunterricht einbaut, welche Hürden für Schülerinnen beim Englischlernen zu überwinden sind und wie sie und ihre Kollegin den Unterricht abwechslungsreich gestalten:

Alltag im Projekt

Was tut sich im Projekt so? Unser Tagesablauf ändert sich immer mal wieder. So ist ab Februar die Butterfly Class geschlossen worden, da erfreulicherweise beinahe alle Kinder dieser Gruppe mittlerweile zur Schule gehen. Stattdessen unterrichten Annika und ich nun eine Klasse in der nebenan gelegenen Privatschule Veer Durga Das, die mit Sambhali Trust kooperiert. Dies ist allerdings nicht immer leicht, denn die 25 Mädels kommen aus den Jahrgängen 6, 7, 8, 9 und 11. Sie sind zusammengestellt worden zu einer Klasse. Und nein, dahinter steckt nicht die Idee des Waldorf-Prinzips, sondern die traurige Tatsache, dass es in jedem Jahrgang nur 2 – 15 Mädchen (!) gibt. Denen steht eine Zahl von circa 60 Jungs gegenüber. Da man mit so wenig Mädchen keine Klasse füllen kann, nimmt man eben die Mädchen aus fünf Jahrgängen, um eine normale Klassengröße zu erzielen. Folglich müssen wir uns für die Planung Methoden und Aufgaben überlegen, die alle einigermaßen bearbeiten können und an denen sie sogar möglichst noch besser werden. Doch schon der erste Schritt ist manchmal kaum zu schaffen. Denn der Englischunterricht an dieser Schule (die als die beste im Dorf gilt) bewirkt nicht, dass die Schüler am Ende der Klasse 12 Englisch verstehen geschweige denn sprechen können. Sogar mehr als die Hälfte der 11-Klässler ist nicht in der Lage einen kurzen grammatikalisch richtigen englischen Satz zu formulieren. Viele verstehen uns erst gar nicht. Da müssen Annika und ich wirklich alles geben und es mit unserem Hindi versuchen. Dabei ist Annika einmal die traurige Tatsache aufgefallen, dass unser Hindi wahrscheinlich fast besser ist, als das Englisch der Elftklässlerinnen. Obwohl wir schon zu zweit sind, denke ich manchmal, dass noch zwei mehr Lehrkräfte hermüssten. Allerdings gibt es auch eine schöne Tatsache: Denn einige der Mädels waren früher bei Sambhali und ohne zu wissen, wer es war, haben wir es sofort erkannt. Der Unterschied ist echt enorm! Das hat uns richtig glücklich gemacht, denn es zeigt einen unglaublichen Erfolg! Abgesehen davon merkt man eindeutig den Unterschied der Atmosphäre im Schulgebäude und in unserem Center. Bei uns ist es sehr viel lockerer.

In der Privatschule

In der Privatschule

Normalerweise sitzen hier 25 Mädels – man beachte die Architektur: der Lehrer steht 1 m erhöht:

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Mit unseren Sewing Girls haben wir nach wie vor unsere regelmäßigen Englischstunden. Wir haben es gewagt, mit ihnen „High School Musical“ auf Englisch zu schauen. Und mit etwas Erklärung unsererseits haben es auch fast alle verstanden. Der Film kam super an. Mit seinen vielen Tanz- und Gesangseinlagen und der simplen Handlung ähnelt er auch sehr den indischen Bollywood-Filmen, sodass er gut für unsere Mädels geeignet war. Das war richtig schön! Außerdem haben wir letzte Woche einmal Armbänder gemacht, die jetzt alle stolz tragen und damit das halbe Dorf neidisch machen. Ein paar von ihnen sind aber so ehrgeizig, dass sie uns dann baten, mal wieder etwas Grammatik zu machen. 😉

Ein typischer Anblick mit unseren Nähmädels (wir wollen keine Bank überfallen, aber es gibt einen verbindenden Lüftungsschacht von der Toilette der Privatschule…):

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Unsere wöchentliche Computerstunde

Unsere wöchentliche Computerstunde

 

anmutiger Tanz zu indischer Musik

anmutiger Tanz zu indischer Musik

Unsere Peacock-Class ist natürlich eine Konstante im Alltag. Neben dem Englischunterricht planen und organisieren Annika und ich für die Kinder workshops zu unterschiedlichen Themen. Aktuell steht Ostern vor der Tür und wir möchten unseren Kindern nicht nur wie im Dezember von unserem Weihnachts-, sondern auch von unserem Osterfest berichten. So haben wir ein Plakat gebastelt. Aber, mist, Fotos wären doch auch toll, oder? Wie kriegen wir die hier in Setrawa gedruckt? Gar nicht. Also kam mir die Idee, dass wir doch malen könnten, was wir verbildlichen wollten. Und so machte sich Annika mir unserem Osterhasen an die Arbeit, während ich mich an Jesus Christus versuchte (Vielen Dank Marie-Claire, dass Du jahrelang Dein Bestes gegeben hast, um mir das notwenige Handwerk dafür zu geben!). Am Ende ist natürlich der Osterhase auch in unser Center gekommen. (Spätestens da waren alle Kinder ein Fan von unserem Osterfest ;))

Hasenohren überall

Hasenohren überall

prachtvolle Ergebnisse

prachtvolle Ergebnisse

vorgestern gab es Eis :)

vorgestern gab es Eis 🙂

Marie Nerreter

© Text und Fotos: Marie Nerreter

Rakhi – drei Monate später

Rakhi 2014

Über unsere Treffen mit dem Müllmädchen Rakhi in unserem Urlaub in Jodhpur hatten wir berichtet (Rakhi – ein indischer Traum: vom Müllkind zum Schulmädchen). Drei Monate sind vergangen – eine lange Zeit, in der viel passieren kann. Oft sprachen wir zu Hause über das Mädchen und fragten uns:
 
Geht Rakhi weiterhin ins Sambhali-Center? Wird sie durchhalten, um ab Juli in eine richtige Schule gehen zu können? Geht es ihr gut? Erlaubt ihr die Familie den Schulbesuch?
 
Kurz vor Weihnachten schrieb ich an den Leiter des Trust, um zu bestätigen, dass ich das Geld für Rakhis Riksha-Kosten auf das Konto von „Freunde für Sambhali“ überwiesen habe. Außerdem  fragte ich ihn, ob es möglich wäre, Rakhi zu Weihnachten etwas zu schicken, denn Weihnachtsgeschenke seien in Deutschland üblich. Govind Rathore stimmte zu, dass ein kleines Geschenk sehr willkommen sei und wir könnten es zu Sambhali senden. Er würde uns Bescheid sagen, wenn es angekommen ist und dann Rakhi übergeben.
 
Gespannt warteten wir täglich auf eine Mail von Govind. Nach 3 Wochen war es endlich soweit. Er sendete uns ein Foto von Rakhi mit einem strahlenden Gesicht und einem Dankeschön-Plakat um den Hals. Rakhi konnte es nicht glauben, dass sie ein Päckchen mit einem Geschenk und einem Brief bekommen hatte. In dem Päckchen war auch eine Schokolade, die sie mit den Frauen vom „Empowerment program“ teilte.
 
Neben Hindi, Englisch und Mathe lernt sie Handarbeiten – wie man auf diesem Foto von Rakhi mit ihrer Handarbeitslehrerin Anju sieht. Govind berichtet, dass Rakhi seit ihrem ersten Tag täglich ins Sambhali-Center kommt. Sie ist sehr intelligent und fleißig.
 
Ich denke, das sind gute Voraussetzungen, um im Juli in eine richtige Schule gehen zu können. 
 
Rakhi, mach weiter so!
Stefan Schober
 

Rakhi – ein indischer Traum: vom Müllkind zum Schulmädchen

Rakhi 410 klein

In unserer Vereinsmail fanden wir Mitte Oktober folgende Anfrage von Fam. Schober:

„Wir sind gerade auf einer Reise durch Rajasthan. Rein zufällig kreuzten sich unsere Wege oft zweimal täglich mit einem Müll sammelnden Mädchen. Rakhi ist 13 Jahre jung, hat mehrere Schwestern und besucht keine Schule, spricht also somit auch kein Englisch. Wir sind von der Herzlichkeit und dem Charme des Mädchens dermaßen überwältigt, dass wir es gerne, auf welche Art auch immer, unterstützen möchten. Wir sind mit ihr ein paarmal zum Omelette-Essen am Clock Tower gegangen. Was wir von ihr wissen, hat uns der Omelette-Mann übersetzt.

Unser Hotel in Jodhpur war in der Nähe der SAMBHALI TRUST-Boutique. Hier haben wir ein wunderschönes Kamel und eine Bluse für Monika gekauft – und einen Flyer über das SHAMBALI TRUST-Projekt in deutscher Sprache bekommen. Als Kontaktadresse war Ihre E-Mail-Adresse angegeben. Unsere Frage nun: Kennen Sie einen Weg, das Mädchen entweder durch einen Schulbesuch oder evtl. die Teilnahme an den Sambhali Empowerment Centres in Jodhpur zu unterstützen? Vorausgesetzt natürlich, Rakhi möchte dies auch haben?“

„Freunde für Sambhali“ hat dann Herrn und Frau Schober mit dem Leiter des Sambhali Trust, Govind Rathore, in Verbindung gebracht, damit vor Ort eine Lösung gefunden werden kann.  

Rakhi Blog

Einige Wochen später erreichte uns der Fortsetzungsbericht:

„Wenn ich an die sechs Wochen Rajasthan zurückdenke, frage ich mich immer öfter, habe ich das wirklich alles erlebt oder was das nur ein Traum!

Aber ich denke, dass Sie am meisten interessiert, wie es mit unserem Mädchen Rakhi weitergegangen ist. Nachdem wir uns von unserem Freund in Delhi verabschiedet hatten, sind wir wieder nach Jodhpur gefahren. Wir wussten noch von unserem letzten Aufenthalt, dass Rakhi so ungefähr ab 16 Uhr unterwegs ist und Müll sammelt. Es dauerte dann auch nicht lange, bis wir sie in der Nähe des Clock Towers fanden. Sie freute sich riesig, als sie uns sah. Wir „unterhielten“ uns ein wenig, gingen zum Omelette-Shop, aßen Omelettes und tranken anschließend frisch gepressten Orangensaft. Wir hatten bereits nachmittags Ghanshyam (Omelette-Mann) informiert, was wir mit Rakhi vorhaben und ob er uns beim Übersetzen behilflich sein möchte. Er war natürlich einverstanden. Wir gingen mit Rakhi und Ghanshyam in einen kleinen Raum am Omelette-Shop. Ich sagte Rakhi, dass wir sie sehr gerne haben, sie sehr schätzen und ob sie sich nicht vorstellen könnte, zur Schule zu gehen. Ghanshyam übersetzte. Am Anfang war sie sehr zögerlich, sagte, dass sie doch Müll sammeln müsse, ihr Onkel das bestimmt nicht erlauben würde und sie für sowas kein Geld hätten. Ich sagte, dass wir für die Kosten des Schulbesuches aufkommen würden und es für alles eine Lösung geben würde. Sie war dann hell auf begeistert und fragte, ob wir zu ihr nach Hause kommen möchten. Wir gingen dann natürlich mit. Als wir dann in der Nähe ihres Hauses ankamen, nahm Rakhi mich an die Hand und sagte jedem, dass sie morgen zur Schule gehen würde. Uns schlossen sich immer mehr Leute an, als wir dann bei Rakhis „Haus“ waren, hatten wir eine Meute von ca. 25 Personen hinter uns. Es war gigantisch. Bei Rakhis Haus angekommen, war die Gastfreundschaft überwältigend. Uns wurde sofort ein Platz angeboten, wir bekamen etwas zu trinken und Rakhi stellte uns ihren Onkel und ihre Tante und den Rest der Familie vor. Wir hatten Rakhi bereits am Nachmittag den Flyer vom Sambhali Trust gegeben, den wir in der Sambhali-Boutique bekommen hatten. Wir waren ungefähr eine Stunde bei der Familie. Onkel und Tante waren einverstanden und wir verabredeten uns für den nächsten Tag um 11 Uhr am Clock Tower. Ich gab Govind noch Bescheid und war überglücklich. Am nächsten Tag dann die Ernüchterung: 11 Uhr, keine Rakhi, 12 Uhr immer noch nicht, um 12:30 Uhr kam sie dann, Gesicht wie eine Zitrone. Sie sagte, dass ihr Vater im Krankenhaus wäre, und sie ihn heute Nachmittag besuchen müsse. Vielleicht könnten wir morgen zur Schule gehen. Na ja, was sollten wir machen. Wir verabredeten uns wieder für 11 Uhr. Am nächsten Tag, 11 Uhr, keine Rakhi, um 12 Uhr kam sie dann, das Gesicht war etwas freundlicher, aber ihr Vater sei zwar zu Hause, aber krank. Allmählich wurde ich sauer. Ich nahm sie dann an die Hand und wir marschierten zu ihr nach Hause. Den Vater bekam ich nicht zu Gesicht, später stellte sich heraus, dass er Alkoholiker ist und ich ihn nicht sehen sollte. Die Mutter ist bei Rakhis Geburt gestorben. So „unterhielten“ wir uns wieder mit der Tante und dem Onkel, in der Mitte der Flyer vom Sambhali Trust. Ich stellte klar, dass es um Rakhis Zukunft ginge und wie wichtig doch ein Schulbesuch wäre und dass wir für die Schulkosten doch aufkommen würden. Nach einer Stunde hatten wir es geschafft, der Onkel war bereit, er zog sich noch etwas an und wir machten uns mit Rakhi, dem Onkel und einem Tuck Tuck auf den Weg zu Govind Rathore, dem Leiter des Sambhali Trust. Als wir bei Govind ankamen, kam er gleich auf uns zu. Er unterhielt sich zuerst kurz mit Rakhi, danach längere Zeit mit dem Onkel. Eine Frau führte Rakhi und den Onkel dann durch das Haus und sie bekamen ausführliche Informationen. Govind sagte uns, dass sie zu den „Untouchables“ gehören, die vor einiger Zeit nach Jodhpur kamen. Er sagte, dass es nicht leicht werden würde. Da ja gerade Ferien waren, sagte Govind zum Onkel, an welchem Tag und an welchem Platz Rakhi warten sollte. Es wird dann ein Fahrer kommen und Rakhi abholen. Naja, der erste Schritt war getan. Am Nachmittag kauften wir für Rakhi noch was zum Anziehen und Schuhe für die Schule. Der Onkel gab sein Versprechen, für Rakhi zu sorgen und dass sie auf jeden Fall zur Schule gehen könne. Das ist unser letzter Stand. Wenn Govind wieder in Jodhpur ist, wird er uns informieren, wie es Rakhi geht. Wir sind gespannt.“

Wir waren alle etwas skeptisch. Aber wir können heute vom Happy End berichten: Für einen Schulbeginn war der Zeitpunkt nicht gut, denn das Schuljahr hatte bereits mehrere Monate vorher begonnen. Aber es erreicht uns aus Jodhpur die Nachricht, dass Rakhi jetzt regelmäßig zum Unterricht ins Sambhali-Center kommt, wohin sie auch noch eine Freundin mitbringt.

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Der Besuch des Centers ist eine gute Vorbereitung für die Schule. Rakhi wird dabei durch Familie Schober unterstützt, die die Riksha-Kosten für den Weg ins Center für Rakhi übernimmt. Die Lehrer vom Trust berichten uns, dass Rakhi sehr eifrig ist, intelligent und gut lernt. Wir hoffen, dass Rakhi ab Juli in eine richtige Schule gehen kann und will. Der Sambhali Trust wird für sie eine Schule nahe ihres Zuhauses suchen.

Wir werden versuchen, Sie weiterhin über Rakhis Werdegang zu informieren.

Alle Fotos in diesem Beitrag: © Familie Schober